Sauber Platz schaffen für mehr Strom aus Windkraft Bundesumweltministerin Svenja Schulze und DBU Chef Alexander Bonde besuchen junges Startup Unternehmen in Südbrandenburg

10.07.19 20:19 | Kategorie: | Von: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Ruhland (ots) - "Sie setzen als junges und innovatives Startup-Unternehmen Maßstäbe, weil Sie zeigen, dass mit klugen Ideen Umweltschutz betrieben und gleichzeitig Arbeitsplätze geschaffen werden können", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze anlässlich ihres Besuchs heute bei der Firma WP Systems im südbrandenburgischen Ruhland. Die Mitarbeiter warten Windenergieanlagen und bauen sie zurück, um Platz für leistungsfähigere zu schaffen. "Die Stromversorgung der Zukunft ist nur mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien klimafreundlich und nachhaltig. Wichtig ist aber, dass wir dabei auch die Rohstoffe schonen", so Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Das Unternehmen entwickelt mit fachlicher und finanzieller Unterstützung der DBU eine Maschine, die günstig und schnell Spannbetontürme von alten Anlagen abbauen soll. Sie bestehen aus Stahl und Beton, die anschließend getrennt recycelt werden.

Mehr Strom, aber weniger Fläche

"Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer unbemannten Maschine zum umweltschonenden und kosteneffizienten Rückbau der Spannbetontürme von Windenergieanlagen", sagte Ole Renner, Geschäftsführer des 2015 gegründeten Startups. Von den derzeit rund 30.000 Windenergieanlagen in Deutschland seien bei etwa 8.000 Anlagen Spannbetontürme verbaut worden. Renner: "Anlagen mit einem Alter von 25 Jahren und mehr werden in der Regel zurückgebaut, da sie sich wirtschaftlich nicht mehr lohnen oder durch leistungsfähigere ersetzt werden." Alte durch neue zu ersetzen, zahle sich einerseits wegen des gesteigerten Stromertrags aus und andererseits, weil keine zusätzlichen Flächen verbaut werden. Bisher erfordere der Rückbau jedoch sechs bis acht Wochen Zeit sowie das Errichten einer Bauplattform, die mehrmals versetzt werden müsse.

Vollständiger und sauberer Rückbau in weniger als einer Woche

Mit der neu zu entwickelnden Maschine soll sich das ändern: "Nachdem Rotoren und Gondel entfernt wurden, soll die Maschine am Kran hängend am oberen Turmende angesetzt werden", so Renner. Mit Kreissägen soll von außen ein Turmsegment abgetrennt werden. Die angestrebte saubere und umweltschonende Trennung der Turmsegmente könne mit diesem Konzept problemlos verwirklicht werden, weil entstehender Sägestaub mit dem Kühlwasser der Sägen gebunden werde. Das Wasser fließe an der Turmaußenwand hinab und könne dort problemlos aufgefangen und für die Wiederverwendung aufbereitet werden. Maschine und abgetrenntes Turmsegment sollen dann per Kran nach unten befördert und voneinander getrennt werden. Anschließend soll der Kran die Maschine erneut zum Turmende heben, und ein weiteres Segment wird abgesägt. Renner: "Auf diese Weise ist es nach heutigen Berechnungen möglich, Spannbetontürme von 100 Metern Höhe und einem Durchmesser zwischen zwei und sieben Metern in weniger als einer Woche vollständig und sauber zurückzubauen."

Sicherer, emissionsärmer, effizienter und schneller

Die Turmsegmente werden in ihre Materialien Stahl und Beton getrennt und wiederverwertet. Bonde: "Bei erfolgreicher Entwicklung der Maschine können Spannbetontürme sicherer, emissionsärmer, effizienter und schneller zurückgebaut werden." Ein Prototyp der Maschine soll Ende des Jahres fertig werden. Solche innovativen Projekte von grünen Startup-Unternehmen fördert die DBU seit April auch im Rahmen eines eineinhalb Millionen Euro Sonderprogramms mit dem Schwerpunkt Digitalisierung. Der junge Mittelstand soll im Interesse des Umweltschutzes in seiner dynamischen Entwicklung unterstützt werden.