Landesrahmenvertrag SGB IX durch Minister Heiner Garg unterzeichnet Der PARITÄTISCHE SH begrüßt Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen, kritisiert aber fehlende Vereinfachung in Verfahren

13.08.19 20:19 | Kategorie: | Von: PARITÄTISCHER SH

Kiel (ots) - Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg unterzeichnet heute zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden den Landesrahmenvertrag SGB IX. Damit werden die zum 1.1.2020 für Menschen mit Behinderung und die Einrichtungen geltenden Neuerungen des Bundesteilhabegesetzes für Schleswig-Holstein geregelt.

Der PARITÄTISCHE SH war in die Gespräche und Verhandlungen in den vergangenen 18 Monaten intensiv eingebunden. Folgende fünf Verbesserungen konnte der PARITÄTISCHE SH für Menschen mit Behinderung (MmB) durchsetzen:

1. Wer eine qualifizierte Unterstützung durch Fachkräfte braucht, kann diese unabhängig von der Art der Unterstützung erhalten.

2. Jede Einrichtung muss ein Konzept zur Gewalt- und Missbrauchsprävention vorhalten und erhält finanzielle Mittel zur entsprechenden Schulung ihrer Mitarbeiter*innen. Dies soll Bewohner*innen, Klient*innen und Mitarbeiter*innen schützen.

3. Jede Einrichtung erhält eine finanzielle Ausstattung, um Mitwirkungs- und Teilhabemöglichkeiten für MmB konsequent zu fördern. Ziel ist die Schaffung von Transparenz, Weiterentwicklung von Teilhabe und Demokratisierung in Einrichtungen.

4. Die Grundlagen das Mitarbeitende wieder gern und gesund in Einrichtungen arbeiten können, ist gelegt. Unterstützungsleistungen für MmB orientieren sich in Zukunft noch stärker am persönlichen Bedarf und nicht an betriebswirtschaftlichen Größen wie etwa der Fachleistungsstunde.

5. Die drohende Standardisierung von Leistungen und Fachkräftequoten wurde abgewendet. MmB können sich Leistungen weiterhin aus einem großen und vielfältigen Angebot nach ihrem individuellen Bedarf auswählen.

"Inhaltlich sind wir mit Blick auf das derzeit Erreichte soweit zufrieden. Finanziell aber hoffen wir darauf, dass die Leistungsträger den Mut haben, die Einrichtungen für die erforderlichen Umstellungen auf das neue System des Bundesteilhabegesetzes angemessen auszustatten. Außerdem fehlt die dringend notwendige Vereinfachung in Verfahren und Abläufen. Hierfür werden wir uns weiter konsequent einsetzen", sagt Michael Saitner, Vorstand des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein.